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Perspektiven auf Kommunikation im Team

Als Punktesysteme die Motivation zerstörten

Als Punktesysteme die Motivation zerstörten

Professor Müller von der TU München war 2023 überzeugt: Gamification würde sein BWL-Seminar revolutionieren. Er baute ein komplexes Punktesystem – für Anwesenheit, Diskussionsbeiträge, Peer-Reviews, sogar für pünktliches Erscheinen gab es Bonuspunkte. Ein Leaderboard zeigte die Top 10.

Die ersten drei Wochen liefen fantastisch. Teilnahme bei 95%, lebhafte Diskussionen, alle jagten Punkte. Dann kam Woche vier, und alles kollabierte.

Studierende begannen, das System zu manipulieren. Sie stellten oberflächliche Fragen nur für Punkte. Diskussionen wurden künstlich in die Länge gezogen. Drei Studierende aus dem Leaderboard wurden von Kommilitonen gemieden – niemand wollte mit "den Strebern" gesehen werden.

Am heftigsten traf es die intrinsisch Motivierten. Eine Studentin erzählte Müller: "Früher habe ich mitgemacht, weil mich die Themen interessierten. Jetzt fühlt es sich an wie ein billiges Handyspiel. Ich hab die Lust verloren."

Müller entfernte das Leaderboard in Woche sechs und vereinfachte das System radikal. Nur noch drei Kategorien: Anwesenheit, eine Präsentation, Abschlussprojekt. Die qualitativen Beiträge stiegen sofort wieder.

Seine Erkenntnis: Punkte funktionieren bei klaren, wiederholbaren Aufgaben. Bei kreativem Denken oder echtem Engagement wirken sie wie Gift. Sie ersetzen innere Motivation durch äußere Anreize – und sobald die Punkte weg sind, verschwindet auch das Interesse.

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